Das Wort besteht aus den Begriffen Liebe und Kummer. Folglich Kummer aus Liebe, könnte man meinen. Kummer beinhaltet, dass man etwas haben möchte, was unerreichbar ist oder man hat etwas verloren, um das man schmerzvoll trauert. Die Liebe ist demgegenüber ein Empfinden der Intensität und wohl das beste was jemand einem Menschen schenken kann. Liebeskummer entsteht dann, sobald jenes Gefühl der Zuneigung nicht beantwortet wird und zu Trauer führt. Wenn man die Schmerzen, die durch den Liebeskummer verursacht werden, akzeptiert, können Verblüffungen auftreten. Generell gibt es 4 Gefühlslagen, die Menschen mit Liebeskummer durchlaufen: Das Nicht-Anerkennen, die wiederkommenden Gefühle, die Umorientierung und das neu gefundene Konzept. Aufeinanderfolgend durchlebt jeder Leidende jene Abschnitte mit variierender Intensität und verdaut das Erlebte. Ausschließlich danach können Betroffene eine Möglichkeit, der persönlichen Problematik zu entgehen, finden. Bis dahin kreisen sämtliche Gedanken sowie Handlungen ausschließlich um dieses eine zentrale Problem und können zu verschiedenen Krankheitsbildern führen. Genau wie alle anderen körperlichen und seelischen Befinden, lenkt der Körper auch Emotionen wie Liebe, Trauer, Kummer und Schmerz, mit Hilfe von verschiedenen Stoffen und Hormonen. Die Gedankenwelt wiederum nimmt bewiesenermaßen Einfluss auf die Botenstoffe, die ausgeschüttet werden. Infolgedessen liegt es an einem selbst, sein Befinden zum Guten zu verändern. Die emotionale Verfassung während des Liebeskummers ist eine ausgesprochen private Ausnahmeerscheinung, die allerhand Nachsichtigkeit von der unmittelbaren Umwelt des Leidenden benötigt. Wenngleich nahe zu jeder auf diese Art gefühlt hat und verletzt wurde, so ist die Anteilnahme jedoch relativ rar. Des öfteren wird das Befinden mit einem “das geht vorüber” als geringfügig hingestellt. Geholfen wird dem Betroffenen dadurch keinesfalls, denn neben der Schwermut kommt häufig noch die Entwürdigung hinzu, sollte die Verehrte jemand anderen den Vorzug geben. Das Gefühl der Machtlosigkeit ist immens und die Sehnsucht grenzenlos. Jeder Ort, der mit jener Person des Begehrens in Verbindung steht, ist ein Auslöser für depressive Momente. Filme, Musiktitel, Bemerkungen und Gegenstände können Erinnerungen an Erlebtes oder an nicht mehr realisierte Pläne aufleben lassen. In diesen gefühlsreichen Augenblicken, muss man sich sehr zusammenreißen können, um den Liebeskummer zu bekämpfen und nicht daran zu zerbrechen. Die Ablehnung, wie auch die Feststellung, dass man nicht gebraucht wird, werden sehr stark wahrgenommen, sind aber fester Bestandteil des Heilungsprozesses. Verständnislosigkeit und Trauer sind nur die Vorboten des Liebeskummers. Sollte nichts gegen den Liebeskummer unternommen werden, so kann es passieren, dass er seine Spuren im Körper hinterlässt und langfristig bestehen bleibt. So wird aus Melanchonie schnell eine Depression und aus Hoffnungslosigkeit Selbsthass. Die Betroffenen können die einfachsten Tätigkeiten nicht mehr ausführen, ohne weinend zusammenzubrechen. Bei Menschen mit langwierigem Liebeskummer, kann dazu kommen, dass sie die Welt komplett farblos wahrnehmen. Schnell glauben die Betroffenen, niemand außer ihnen wurde vom Schicksal so hart bestraft. Die Schlafzyklen werden bald ungleichmäßig und Albträume treten auf. Sie können in der Nacht kein Auge mehr zutun, ohne an ihre unglückliche Liebschaft zu denken. Wenn es Selbstmordgedanken gibt, sollte immer professionelle Hilfe, wie von einem Psychotherapeuten oder Psychologen, aufgesucht werden. Die Inanspruchnahme der Dienste eines Psychotherapeuten oder Psychologen ist sehr wichtig, wenn es erste Suizidgedanken gibt. Auch wenn die betroffene Person schon mal auf Tabletten zurückgegriffen hat oder eine Abschottung von der Umwelt zu befürchten ist, sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden. Außerdem ist dies empfehlenswert wenn die betroffene Person ihren Körper vernachlässigt und sich seltener wäscht, isst, oder die Zähne kaum reinigt. Wenn man unter Liebeskummer leider, sollte man keineswegs Hilfe in Alkohol, Drogen oder Essen suchen. Möchte man den Liebeskummer besiegen, so darf man seine Probleme nicht “in sich hineinfressen”. Die nachfolgende Unzufriedenheit ist sogar stärker und auch das eigentliche Problem ist immer noch vorhanden. Eher treten weitere Problematiken auf, wie ein erhöhtes Gewicht und einer geringeren Selbstsicherheit. Sich sofort einen neuen Partner zu suchen stellt sich oft als ein schlechter Weg heraus, da solche Beziehungen meist temporär sehr begrenzt sind. Der Verzehr von Alkohol oder Medikamenten kann bedrohliche Umstände zur Folge haben, wenn man sich trotzdem im Straßenverkehr fortbewegt und dort ein Zusammenstoß erfolgt. Aus der regelmäßigen Einnahme von Tabletten kann neben einem verschlechtertem Gesundheitszustand schnell eine Sucht resultieren. Riskante Umstände können entstehen, wenn die nicht erwiderten Gefühle sich in Wut umwandeln und sich dann plötzlich und ungesteuert freisetzten, was zu der Verletzung von sich selbst, anderen oder der Zerstörung von Gegenständen führen kann. Die Gefahr, die von Vergeltungsgefühlen und erdrückenden Gedanken der Schuld ausgeht, ist ungefähr gleichzusetzen. Die Umgehensweisen mit Liebeskummer unterscheidet sich von Betroffenem zu Betroffenem. Viele arbeiten mehr oder treiben häufiger Sport, was sehr gute Wege sind sich abzulenken und dabei gleichzeitig von vielen anderen Menschen umgeben zu sein, mit denen man reden kann. Um Liebeskummer zu überwinden braucht man Zeit, um die Situation zu verdauen. Liebeskummer ist ein besonders privates Problem, bei welchem viel mit Mitmenschen geredet werden sollte. Wenn man die Emotionen des Liebeskummers akzeptiert, können einige Verblüffungen auf einen zukommen. Ein Teil der Leidenden versuchen ihr Befinden auf ein Bild zu bringen, auch wenn sie ähnliches vorher noch nie getan haben. Es besteht die Möglichkeit sich neu zu finden und auszurichten. Unerwartet hat man kreative Fähigkeiten, welche einem zuvor nicht bekannt waren. Andere verarbeiten alte Erlebnisse aus vorangegangenen Beziehungen, weil sie plötzlich präsent wurden oder besinnen sich auf sich selbst. Nachdem man sich neu ausgerichtet hat, fängt ein neuer Abschnitt an. Die Lernphase beinhaltet meistens den Effekt, dass man nun zumindest weiß, auf was man verzichten kann. Hinterher ist man eben immer schlauer.